Jury Kurzfilmwettbewerb

Sylke Gottlebe

Geboren 1964. Seit 1996 ist sie für den Kurzfilm aktiv. Von 1997 bis 2001 leitete sie das Filmfest Dresden. Mit der Gründung der AG Kurzfilm im Mai 2002 übernahm sie den Aufbau des Bundesverbandes. Sie war bis 2013 als Geschäftsführerin, Mitglied im Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt FFA, als Gesellschafterin bei German Films sowie in zahlreichen Gremien tätig. Von 2008 bis 2013 wurde sie in die Jury des Kinoprogrammpreises des BKM berufen. Als Mitglied der Auswahlkommission "Pardi di domani" lernte sie das Locarno Film Festival kennen. Seit 2014 ist sie Mitglied der Sichtungskommission des Filmfests Dresden. Von 2015 bis 2022 wurde Gottlebe in die Jury des Deutschen Kurzfilmpreises berufen. 2017 übernahm sie erneut die Leitung des Festivals und war bis Ende 2024 als Co-Festivalleiterin tätig. Derzeit arbeitet sie für das Filmfest Dresden als stellvertretende Festivalleiterin und als Leiterin der Kinder- und Jugendsektion. Ehrenamtlich engagiert sie sich seit 2017 für das Clubkino im Lingnerschloss in Dresden. Sie wurde im März 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Afsun Moshiry

Geboren in Shiraz, Iran. Sie studierte Cultural Studies an der Northumbria University (GB) sowie Curating Performing Arts an der Universität Salzburg. Im Filmbereich startete sie mit einer Dokumentarfilmreihe über zeitgenössische Musik für Media Atelier, wo sie umfangreiche Erfahrungen im Filmschaffen und in der internationalen Zusammenarbeit sammelte.
2014 zog sie von Deutschland nach Iran, um den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern durch das Medium Film zu stärken. In Teheran initiierte und organisierte sie mehrere Berlinale-Spotlight-Programme und schuf Plattformen für den Dialog zwischen Filmschaffenden und Publikum.
Als Produzentin arbeitete sie u.a. mit Naomi Kawases Narrative Project in Japan sowie mit dem kubanischen Regisseur Carlos M. Quintela. Gemeinsam mit Anne Winkler gründete sie die Produktionsfirma Road River Films. Moshirys kuratorischen Programme wurden u. a. bei der Berlinale, der Akademie der Künste, Sinema Transtopia, dem Multimedia Institute oder Beldocs präsentiert. Zudem saß sie im Auswahlkomitee des Kasseler Dokfest. Seit 2023 ist sie Mitglied des Berlinale Forums und künstlerische Leiterin des Script Pitch bei Interfilm.

Víctor Orozco Ramírez

Víctor Orozco Ramírez ist ein unabhängiger Filmemacher, der in Mexiko geboren wurde und derzeit in Deutschland lebt. Er ist bekannt für seine experimentellen kurzen Essayfilme, die Dokumentarfilm und Animation kombinieren. In seinen Arbeiten verwendet er häufig Archivmaterial, fragmentierte Erzählungen, wechselnde Perspektiven und mehrdeutige Symbolik, um den Begriff der Wahrheit in Frage zu stellen und stattdessen eine subjektive Reflexion über zeitgenössische soziale Ängste und Realitäten zu vermitteln. Sein Film REALITY 2.0 wurde mit dem Preis der Nationalgalerie für junge Filmkunst, dem First Steps Award und dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Sein Film 32-RBIT war für den Ariel Award und den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert und wurde beim Morelia Film Fest, dem Guadalajara International Film Festival und dem Animafest Zagreb ausgezeichnet. Sein Film REVOLYKUS erhielt beim Ann Arbor Film Festival den Preis als Bester Experimentalfilm, während SAARVOCADO beim 34. FILMKUNSTFEST MV 2025 den Preis für den Besten Kurzfilm gewann.

Jury der deutschsprachigen Filmkritik in der FIPRESCI

Ingrid Beerbaum

Ingrid Beerbaum lebt und arbeitet in Berlin. Nach mehreren journalistischen Stationen im Rundfunk, Fernsehen und in Printmedien ist sie seit vielen Jahren als freie Journalistin und Filmkritikerin tätig, beispielsweise für visionkino.de. Ihre Spezialgebiete sind das deutsche und osteuropäische Kino sowie der Dokumentar- und Kurzfilm. Zwölf Jahre lang war sie Kuratorin des Dokumentarfilmwettbewerbs beim Internationalen Kurzfilmfestival „interfilm“ in Berlin. Sie besucht regelmäßig internationale Filmfestivals und war Jurymitglied beispielsweise bei der Berlinale, den Internationalen Filmfestspielen Cottbus oder DOK Leipzig. Darüber hinaus moderiert sie auch bei Filmfestivals.

Walter Gasperi

Walter Gasperi lebt am österreichischen Bodenseeufer. Nach dem Studium der Klassischen Philologie und Geschichte in Innsbruck arbeitete er als Gymnasiallehrer im Bregenzerwald und seit 2000 parallel dazu als freier Filmjournalist für lokale Medien sowie das St. Galler Tagblatt, das Filmmagazin RAY und die Wochenzeitschrift Die Furche. Seit 2019 betreibt er die Website www.film-netz.com und kuratiert das Programm mehrerer Vorarlberger Filmclubs.

Madeleine Hirsiger

Madeleine Hirsiger war jahrelang beim Schweizer Fernsehen SRG als Journalistin und Filmkritikerin tätig. Sie berichtete für die Tagesschau von Filmfestivals wie Cannes, Venedig, Berlin, Locarno und den Solothurner Filmtagen und präsentierte eine eigene Kinosendung. Später war sie verantwortlich für Produktionen und Ko-Produktionen von Spiel- und Dokumentarfilmen, an denen sich die SRG beteiligte. Heute arbeitet sie als freie Filmkritikerin.

Jury Spielfilmwettbewerb

Aelrun Goette

Aelrun Goette ist eine preisgekrönte, international renommierte Regisseurin und Drehbuchautorin, deren Werk Kinofilme, Dokumentarfilme und TV-Produktionen umfasst. Geboren und aufgewachsen in Ost-Berlin, musste sie nach der 10. Klasse die Schule verlassen, lernte Krankenschwester und arbeitete als Model, u. a. für die Zeitschrift SIBYLLE. Nach dem Mauerfall studierte sie Philosophie, anschließend Regie an der HFF KONRAD WOLF. Ihr bereits während des Studiums entstandener erster Dokumentarfilm OHNE BEWÄHRUNG – PSYCHOGRAMM EINER MÖRDERIN (Robert-Geisendörfer-Preis) basiert auf ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Frauengefängnis Plötzensee. Goettes Filme thematisieren oft Menschen in extremen Lebenssituationen und loten ihre Abgründe aus. Ihr Kinodebüt DIE KINDER SIND TOT (2003, Deutscher Filmpreis) und der Spielfilm UNTER DEM EIS (2005, Grimme-Preis) behandeln Familientragödien. Ihr TV-Schaffen umfasst u.a. TATORT-Folgen und das Fernsehspiel KEINE ANGST (2009, Grimme Preis). 2022 lief ihr Spielfilm IN EINEM LAND, DAS ES NICHT MEHR GIBT erfolgreich im Kino. Derzeit arbeitet Goette an ihrem neuen Kinofilm PALUCCA 2.0 über die Tänzerin Gret Palucca. Goette ist im Vorstand der Deutschen Filmakademie und Mitglied der Europäischen Filmakademie.

Henk Handloegten

Henk Handloegten verbrachte seine Kindheit in Finnland, Brasilien, der Schweiz und in Frankreich. Zurück in Deutschland arbeitete er in Berlin u. a. als Videothekar im sagenumwobenen „Videodrom" und war von 1989 bis 1993 Betreiber des legendären Programmkinos "Eiszeit". 1993 begann er ein Studium an der Berliner DFFB. Sein Abschlussfilm PAUL IS DEAD (2000) wurde u.a. mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Darauf folgte die Drehbuch-Mitarbeit an Wolfgang Beckers Welterfolg GOODBYE LENIN! Das Drehbuch für seinen Kinofilm LIEGEN LERNEN erhielt auf dem Filmfest München 2003 den Förderpreis Deutscher Film. In den folgenden Jahren schrieb und inszenierte Handloegten mehrere TV-Filme und Krimis, darunter das Ensemble-Drama EIN SPÄTES MÄDCHEN (2007), die allesamt für den Grimme-Preis nominiert waren. Sein Kinofilm FENSTER ZUM SOMMER (2011) wurde für mehrere Lolas nominiert. Seit 2017 ist Handloegten mit Tom Tykwer und Achim von Borries Showrunner, Regisseur und Drehbuchautor der weltweit erfolgreichen und preisgekrönten Serie BABYLON BERLIN. Er ist Ko-Autor von VATERLAND, dem neuesten
Film des Oscar-Preisträgers Paweł Pawlikowski, der 2026 in Cannes Weltpremiere feiert. Derzeit arbeitet Handloegten an der fünften und finalen Staffel von BABYLON BERLIN.

Barbara Philipp

Ihre Liebe zum Film entdeckte Barbara Philipp bereits beim Studium der Theaterwissenschaften in Berlin. Dort und in New York absolvierte sie die Schauspielschule und stand danach auf diversen Bühnen (u. a. Berliner Ensemble, Staatsschauspiel Dresden). In ihrem Kinodebüt NAH AM WASSER (1995, Regie: Marc Ottiker) überzeugte sie als unbedarfte Neuköllner Angestellte, für ihre Darstellung einer Junkieprostituierten in dem Tatort DAS BÖSE (Regie: Niki Stein) wurde sie für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Ob als Tankstellenbesitzerin in der Serie DR. BALLOUZ oder als Blockwärtin in ICH WERDE NICHT SCHWEIGEN (2017, Regie: Esther Gronenborn): Immer reizt sie der Kontrast der Charaktere. Als Ermittlerin im preisgekrönten HR-Tatort spielt sie neben Ulrich Tukur. Weltweit erfolgreiche Serien wie DARK oder BABYLON BERLIN – darin stellt sie eine Gangsterbossin dar – gehören ebenfalls zu ihrem Portfolio. Eigenwillige Figuren gab sie in Edgar Reitz' DIE ANDERE HEIMAT oder in DIE ERMITTLUNG von R. P. Kahl. 2024 wurde sie für die Rolle der alleinstehenden Mutter in SPRICH MIT MIR (Regie: Janin Halisch, FKF MV 2023) für den deutschen Filmpreis nominiert. Letztes Jahr war sie mit ICH STERBE. KOMMST DU? (Regie: Benjamin Kramme) im Spielfilmwettbewerb des FKF MV vertreten.

Jury Dokumentarfilmwettbewerb

Alina Cyranek

Alina Cyranek arbeitet als Autorin, Regisseurin und Produzentin. In ihren Filmen setzt sie sich vor allem mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander. Neben ihren künstlerischen Filmprojekten arbeitet sie als Realisatorin für das MDR Kurzfilmmagazin unicato und Arte KURZSCHLUSS. Für ihre Filme erhielt Alina zahlreiche Preise, u.a. den Goldenen Reiter der Bamberger Kurzfilmtage für SZENEN EINES ABSCHIEDS (2015) oder den Hauptpreis Dokumentarfilm beim FILMKUNSTFEST MV für FASSADEN (2025). Für diesen konnte sie Sandra Hüller als Sprecherin gewinnen, die ihre Stimme den von Gewalt betroffenen Frauen leiht.
Alina Cyranek studierte an der TU Dresden und absolvierte den Doppel-Master in Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar und der Tongji University Shanghai als DAAD-Stipendiatin mit dem Schwerpunkt Dokumentar- und Experimentalfilm. 2018 gründete sie mit dem Animationskünstler Falk Schuster die hug films GbR in Halle (Saale).

Volker Langhoff

Volker Langhoff arbeitet als freiberuflicher Kameramann und ist langjähriges Mitglied des Bundesverbands Kinematografie (BVK). Er studierte in Babelsberg und in Los Angeles mit einem Stipendium des DAAD und der Academy Foundation. Auf Empfehlung von Allen Daviau war er dort als Meisterschüler bei Laszlo Kovacs ASC und John Bailey ASC an Filmen wie VIER LIEBEN DICH (MULTIPLICITY) und BESSER GEHT'S NICHT (AS GOOD AS IT GETS). Inzwischen kann er auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in nahezu allen Bereichen der Medienbrache zurückblicken. Von ihm fotografierte Filme wie B-52 (Hartmut Bitomsky), ALS DIE MAUER FIEL – 50 STUNDEN DIE DIE WELT VERÄNDERTEN (Hans-Herman Hertle & Gunther Scholz) und AUFBRUCH' 89 – DRESDEN (Thomas Eichberg u.a.) feierten Erfolge auf internationalen Festivals. Zurzeit arbeitet Volker Langhoff auch als Dozent für Cinematography, Green Consultant Film & TV und als Berater für Start-ups mit Fokus auf Greentech in Europa und Asien.

Meike Martens

Meike Martens ist Geschäftsführerin und majoritäre Teilhaberin der Blinker Filmproduktion GmbH in Köln. Blinker produziert Filme – von dokumentarisch bis hybrid, für junge Menschen und erwachsene, in internationalen Koproduktionen und verschiedenen Konstellationen innerhalb Deutschlands.
Meike Martens arbeitet zudem als Mentorin in der Projektentwicklung, in Jurys und im Beirat der dokumentarfilminitiative NW; seit 2011 als Ko-Leiterin der Professional Media Master Class PMMC auch in der Weiterbildung.